Mich hats erwischt, bei 110 Volt und Knallerei

  • Moin,
    wollte jetzt einem Compaq Portable III Clone aus dem Dämmerschlaf wecken und habe ihn eingeschaltet. Wie schnell die Vorfreude auf ein schönes DOS-Gerät sich in Luft auflöst bzw. mit Pistolenschussähnlichem Knall endet, merkten meine Ohren schlagartig. Nach Schreckerholung kam es raus, der verdammte Umschalter war auf 110 V gestellt.


    Nach fast 40 Jahren Erfahrung mit der Computerei hats mich also doch noch erwischt, Menschenskinder noch mal! Wohl weil nie etwas passiert ist, habe ich die eiserne Regel "Erst Einstellung Spannung gucken" außer Acht gelassen, diese verdammte Nachlässigkeit meinerseits, jetzt habe ich den Salat.

    Am nächsten Tag den PC geöffnet und siehe da, nach erster Inaugenscheinnahme keine Schäden an den Platinen zu sehen, alles sauber bis auf die Tonne, die weg muss. Denke mal, dass im Netzteil etwas den Geist aufgegeben hat. Vermutlich ein Elko, diesen Knall habe ich jedenfalls schon einmal am Computer erfahren müssen. Das alles als Vorbericht, habe das Netzteil aus dem engen Wirrwar gelöst.

    Als Schrittmacherträger habe ich größte Achtung vor dem Inneren des NT und werde ihn sehr, sehr vorsichtig öffnen. Ich weis, dass mich dort hohe Stromwerte erwarten können. Sobald geöffnet, kommen meine Fragen, die hier nicht neu sein werden.

  • Autschn! So lange bei dir alles noch dran ist, passts ja.


    naja, da wird es einfach irgendwelche Vorwiderstände oder wenn vorhanden, einfache Folienwiderstände gekillt haben. Vielleicht sogar nur was Tantaliges. machs mal auf und ein Foto bitte :D


    Grüße,

    Marcus

  • Herzliches Beileid, sowas kann passieren. ich hoffe, du bekommst das wieder hin.


    Tipp für die Zukunft. Bei Neueingängen und unklarem Status vorhandener Gerätschaften, diese diesbezüglich anschauen, und wenn sie einen Schalter für die Netzschaltung haben, diesen richtig einstellen und anschließend mit transparentem Klebeband überkleben. (Falls sicher ist, dass da nie mehr ein 110V Netz angedockt wird, kann man auch Heißkleber über den Schalter machen, das wäre die ES°COM-Methode...)

  • Ja, echt Mist! :huh:


    Ist das die Regel, dass es knallt, wenn 110V eingestellt und an 220V angeschlossen wird?

    Wenn ja, würde das bedeuten, man hat mich im Jahr 2001 "besch*****, weil das Teil von Anfang an einen Defekt aufwies.

    Mmm? :/- Besch***** hat man mich so oder so, da führt kein Weg dran vorbei. Punkt. :fp:

  • Allerdings. Deshalb kann ich als Videospielfreundin auch keine japanischen oder us-amerikanischen Konsolen in Deutschland benutzen, ohne einen Spannungswandler zwischen Steckdose und Netzteil. Man brät die Geräte sonst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

  • Besonders problematisch sind japanische Geräte.

    Die Japaner haben ja nur 100V - ich habe aber nur Wandler auf 110-120V (USA).

    Bei unsere aktuellen Netzspannung von gut 230V kommen da schon etwa 120V raus. Das ist für japanische Computer aber etwas viel.

    Mein VIC1001 (mit nur einem Kühlkörper) wird damit dermaßen heiß, das nur ein kurzer Betrieb sicher ist!


    Gibt es auch Wandler 230 auf 100V?

  • Wobei ich das einschränken muss... :prof:

    Als ich noch ganz klein war, hab ich meinem Vater mal den Rasierer auf 110V gestellt.

    Der war dann dreimal so laut, wurde schnell warm und hat die Haut mit abrasiert... :tüdeldü:

    Der lief damals aber halt auch direkt mit Netzspannung und hatte kein (Schalt-)Netzteil.

    Der Spannungswahlschalter hat beim Rasierer einfach nur bestimmt, ob die beiden Wicklungen in Reihe (220V) oder parallel (110V) geschalten werden.


    Beim Schaltnetzteil wird es dir wahrscheinlich irgendwas primärseitig zerlegt haben. Kondensatoren, Varistoren und/oder Leistungstransistor. Die meisten umschaltbaren Netzteile haben zwei Elkos, die entweder in Reihe (230V) oder mit Halbwelle abwechselnd (115V) geladen werden.

    Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/…ply-Principle-Circuit.svg

  • Das positive an den Schaltnetzteilen ist, dass meist erst gar keine sekundäre Spannung geregelt wird. Bei Linearnetzteilen ist meist direkt auch der Rest der Elektronik im Netzteil hin und Längsregler neigen bei zu hoher Eingansspannung auch mal zum durchreichen selbiger. Ausnahmen bestätigen die Regel, aus Erfahrung wo die Standby-Spannung das halbe Mainboard gegrillt hat.


    Gruss,

    Peter

  • Das sind mir böhmische Dörfer. Damit habe ich mich bis jetzt nicht auseinandersetzen müssen. Muss ich aber noch, wenn ich das eine oder andere Netzteil selbst reparieren möchte. Oh meno... :fp:


    Fest steht, bei mir hat es nicht geknallt. Damit kann ich nach ca 17 Jahren endlich sicher sein, dass ich damals nicht was grundlegendes bei der Inbetriebnahme des Hobels übersehen habe. Jetzt ist klar, man hat mich besch*****, in der Bucht. Damals gab es leider noch keinen (eingebauten) Treuhandservice. Passt! Weiterschlafen... :sleeping: