Commodore 1551

  • Hi !


    Ich bin ja sein Donnerstag stolzer Besitzer ein 1551. Diese wollte ich dann heute in Betrieb nehmen. Erst war auch alles o.k - Laufwerk lief an, ich konnte auch auf ne Disk zugreifen - dann gab´s ein hässliches Geräusch, und Floppy, C16 und Fernseher auf Schlag dunkel .... Sicherung raus ... Mein erster Verdacht : den C 16 hat´s zerissen (da hab ich ja einiges über nötige, lebensverlängernde Umbaumaßnahmen gelesen, die allerdings noch nicht erfolgt sind). Also das Netzteil raus, Sicherung rein, Mehrfachsteckdose wieder eingesteckt - KLICK - Sicherung wieder raus. Die Moral von der Geschicht - C 16 noch in Ordnung, C1551 nicht :(

    Es hat definitiv die C 1551 erwischt :argh: Gibts da auch die üblichen Verdächtigen - oder gar Maßnahmen, die man heutzutage unbedingt vor der Inbetriebnahme machen sollte (auch wenn´s dafür jetzt leider zu spät ist :() Und - wie kann man da jetzt weiter vorgehen ? Um was zu messen, muss das Ding ja wohl an sein - und wenn das Laufwerk an ist, hauts die Sicherung raus ..


    Cartouce

  • Oh traurig.Vielleicht hast Du Glück, und es ist "nur" das Netzteil. Wenn Du viel Glück hast, ist dieses (vielleicht Windungsschluß Trafo oder Netzfilter-Fäulnis) gestorben, ohne die Elektronik und die seltenen Chips zu grillen. Da würde ich mal anfangen. Netzteil ausbauen. Platine und Netzteil einer visuellen und olfaktorischen Inspektion auf Schmauchspuren unterziehen. Schauen, ob irgendwo verdächtiges Gebastel ist. Wenn nichts gefunden unter Beachtung der hierfür nötigen Sicherheitsmaßnahmen solo in Betrieb setzen (und erst mal lastfrei messen, was rauskommt. Oder zuerst in Deckung gehen und schauen was passiert :)).

    Wenn das Netzteil gestorben ist, könnte man auf die Suche nach Ersatz gehen. Vielleicht hab ich noch eins, alternativ ein open frame 5V/12V Netzteil reinfummeln.

    Ist eine Sicherung (die richtige) im Sicherungshalter, oder ein Nagel?


    Eigentlich sollte diese ja bei einem "Kurzen" zuerst einknicken.



    Präventive Maßnahmen:


    Nicht besonderes, Man kann bei vielen CBM Floppies auf 240V umbauen


    http://www.pitsch.de/stuff/c64/index_floppy.htm


    Anonsten Linearregler durch Schaltregler ersetzen (weniger Hitze), Nachmessen ob die Elkos trocken sind und ggf tauschen.


    Am wichtigsten wäre mir der C16 selber (Schaltregler) und Kühlkörper auf CPU und TED.


    Da kannst Du auch "moderne" Eproms mit weniger Verlustleistung einsetzen, das spart auch Wärmeflußdichte.


    Achso, Pappe raus, wenn Dein Nachbar kein Amateurfunker ist :)

  • Uff ... Das ist doch schon mal was ... Da werd ich mich mit meinem Bruder, der ist bei uns "für Strom" zuständig ;), mal dransetzen ... Das wird aber wohl erst nächtes Wochenende was ...


    Besten Dank schonmal ... Ich werde berichten ...

  • Das ist der silberne Netzfilter - da hatte ich gerade letztens hier geschrieben, das der auch in der 1551 sitzt ;)

    Ich entferne die Dinger einfach - da sie nicht gebraucht werden - aber wer den gern hätte kann ihn auch neu erwerben und einbauen.

    Der sitzt hinter der Netzbuchse...

  • Das sind sicher die Filter in der Kaltgerätebuchse.

    Die gehen auch schon mal gerne hoch und produzieren dann einen fetten Kurzen. Oft sieht man das: da kommt so ein gelb-weisses Zeug raus (so ähnlich wie Bauschaum)


    Gruß, Gerd

    Nö, hab ich doch gerade geschrieben, bei der 1551 ist ne silberne Tonne drinnen!

  • bei mir ist der NF in der KG-Buchse integriert.


    Gleichrichtung / Siebung / Spannungsregelung erfolgt auf dem Mainboard. Die silbernen Töpfe sind die Spannungsregler auf Kühlkörper für 12V/5V. Rechts davon Gleichrichter. Die blauen Tonnen sind die Siebelkos für 5 und 12V.

    Wenn das Mainboard runtergebaut ist, sieht man Buchse/Netzfilter, Netzschalter, Sicherungshalter und Trafo, sowie die Verkabelung inklusive Lötstellen, die so aussehen, als wären sie im Gefecht unter Granatbeschuß mit dem Benzinfeuerzeug bei Nacht entstanden. An diesen Baustellen würde ich zuerst suchen, wenn die Platine nicht schon heftige Schmorstellen zeigt.

  • Das ist der silberne Netzfilter - da hatte ich gerade letztens hier geschrieben, das der auch in der 1551 sitzt ;)

    Ich entferne die Dinger einfach - da sie nicht gebraucht werden - aber wer den gern hätte kann ihn auch neu erwerben und einbauen.

    Der sitzt hinter der Netzbuchse...

    Natürlich werden die gebraucht, aber Du liegst richtig, wenn Du meinst, dass die Hardware auch ohne läuft.

  • Das ist der silberne Netzfilter - da hatte ich gerade letztens hier geschrieben, das der auch in der 1551 sitzt ;)

    Ich entferne die Dinger einfach - da sie nicht gebraucht werden - aber wer den gern hätte kann ihn auch neu erwerben und einbauen.

    Der sitzt hinter der Netzbuchse...

    Natürlich werden die gebraucht, aber Du liegst richtig, wenn Du meinst, dass die Hardware auch ohne läuft.

    Ich weiß, das die Hardware auch ohne läuft, das hab ich ja schon mit etlichen Geräten getestet!

    Übrigens haben die PET2001 und die 30xx auch keine Netzfilter - und die laufen ja auch.

    Sooo empfindlich ist die 1mHz-Elektronik der 80er nicht, das sie sich durch Netzstörungen beeinflussen lässt.

    Du kannst ja mal messen was an Störungen auf der Gleichspannung in so einem Gerät ankommt - und da wirst du nichts finden.


    Moderne Geräte haben da viel mehr Schwierigkeiten. Mein hochwertiger Beamer z.Bsp. hat immer einen Bildaussetzer, wenn ich die LED-Lampen von Samsung einschalte - so etwas sollte eigentlich nicht sein! Wenn man googelt, stellt man aber fest das ich nicht der einzige bin, wo so etwas auftritt.

  • Sind die Netzfilter nicht auch dazu da, das Netz vor Störungen zu schützen?

    Ja, beide Richtungen natürlich. Aber unsere Geräte "ohne" Schaltnetzteil produzieren keine Störungen. Auf jeden Fall ist das nicht im Vergleich zu LED-Lampen, Schaltnetzteilen, Motoren u.s.w.

    Bei den Geräten mit Schaltnetzteil, wie dem 8296D, 710 oder den IBM-Netzteilen sind ja die X-und Y-Kondensatoren und eine Drosselspule eingebaut. Das ist das gleiche nur diskret. Die Kondensatoren tausche ich immer sofort, wenn ich sie sehe ;) Obwohl ich festgestellt habe das immer nur die Epoxid-Dinger von Rifa oder teilw. Wima aufplatzen. Die MKP (Kunststoffquader meist grau oder weiß) hab ich noch nie defekt gesehen. In der Firma musste ich bisher auch nur Rifas tauschen. Firmen wie Siemens haben in hochwertigen Industriegeräten in den 80ern auch immer schon MKP-X-Y verwendet.

  • So, erste kurze Sichtprüfung erfolgt ... die Sicherung ist ne echte Sicherung, kein Nagel ... Pappe war keine drin ... Und der netzfilter ist separat ... Ich hab keine schmorstellen oder geplatzte Bauteile entdecken können ...


  • Die silberne Tonne bei Dir im Bild, die habe ich nicht. Scheint der Netzfilter oder der Kondensator des Netzfilters zu sein. Kannst Du mal verfolgen, wie die Kabel verlaufen? Gehen da 3 Kabel rein oder 2 - auf dem Bild ist das nicht ganz klar zu erkenen.

  • Ok, dann vermute ich das geht direkt von Phase / Neutralleiter der Kaltgerätebuchse dorthin und von dort zum Netzzschalter / Trafo?


    Dann handelt es sich dabei um den kompletten Netzfilter. Den kannst Du z.B. durch Pollin

    250408

    https://www.pollin.de/p/netz-e…022c149-250-v-22-a-250408


    ersetzen. Wenn Du nicht so fit bist in derlei Dingen, würde ich das Deinen Bruder machen lassen, nicht das Du gebissen wirst.


    Die Kabel kannst Du entweder wieder verlöten, so wie es jetzt gemacht ist, oder Du verwendest Wago Federzug-Klemmen, Serie 221 oder 222, da ist genug Platz im Gehäuse.


    https://www.pollin.de/p/verbin…-2-polig-50-stueck-551190



    Um den Beweis zu erbringen, daß es der Netzfilter wirklich ist, würde ich trotzdem wie oben empfohlen vorgehen.


    Nichtsdestotrotz halte ich den Tausch des Netzfilters für eine sinnvolle Wartungsmaßnahme, selbst wenn er noch io sein sollte.

  • Der silberne Zylinder neben dem Trafo ist der Netzfilter, diesen Typ findet man in vielen CBM Geräten.

    Man kann auf den Bildern gut sehen, daß der hinüber ist:

    Die rote Vergußmaße hat sich aus dem Metallzylinder bereits rausgeschoben.

    Wenn der Filter intakt ist, steht die nicht über den Metallrand raus.
    Typisches Verhalten bei diesen Netzfiltern: Wenn das Gerät viele Jahre nicht mehr am Netz war gehen die einiger Zeit am Netz (oft nach mehreren Stunden) hoch.

    Manchmal geht das auch langsam über mehrere Stunden, dann gibt es dabei brodelnde Geräusche.

  • Sehe ich genauso.

    Da der Filter direkt an der Kaltgerätebuchse hängt werden gewöhnlich keine anderen Teile in Mitleidenschaft gezogen.

    Gelegentlich gibt es Schäden durch ausgetretene Pampe aus dem Filter, das scheint ja hier nicht der Fall zu sein.

    Für die Schnellreparatur tut es eine zweipolige Lüsterklemme.

    Alle Strippen vom Filter abknipsen und dann jeweils Blau (Eingang) mit Schwarz (Ausgang) verbinden.

    Dann am besten auch direkt den Trafo auf 240 Volt umlöten: Die Strippe vom mittleren Anschluß auf den äußeren.

  • Genau so eine Tonne ist auch bei meinem CBM 8028 Typenradler hochgegangen. Hat außer dem Schreck und dem Gestank keinen Schaden angerichtet. Vielleicht sollte ich meine 1551 trotzdem mal vorsorglich warten. Der letzte Einsatz mit "Pets Rescue" liegt aber noch nicht lange zurück...


    Gruß, Jochen

  • So, der Netzfilter ist erstmal entfernt und das Netzteil auch gleich, wie von Toast_r vorgeschlagen, auf 240 V "umgelötet". Erster Test unter Spannung war soweit erfolgreich, als das der Schutzschalter nicht rausgeflogen ist und das Laufwerk die "normalen" Startgeräusche macht ... Test am C 16 steht noch aus ...


    Besten Dank nochmal an alle, die mich mit hilfreichen Tips unterstützt haben ! :)


    Cartouce